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Elektroinstallation im Altbau: Kosten, Pflichten & Ablauf

Was kostet die Elektroerneuerung im Altbau? Wann ist sie Pflicht? Kosten für Zählerschrank, Leitungen und Steckdosen – mit Checkliste.

vonHandwerker Kontakte Redaktion8 Min. Lesezeit
Elektroinstallation im Altbau: Kosten, Pflichten & Ablauf

Wann muss die Elektrik im Altbau erneuert werden?

Veraltete Elektroinstallationen sind eine der häufigsten Brandursachen in Deutschland. Die Erneuerung ist Pflicht bzw. dringend empfohlen, wenn:

  • Die Installation älter als 30–40 Jahre ist
  • Noch Aluminium-Leitungen verbaut sind (vor 1970)
  • Es keinen FI-Schutzschalter (RCD) gibt
  • Der Sicherungskasten noch Schraubsicherungen hat
  • Steckdosen keine Schutzkontakte haben
  • Sicherungen regelmäßig auslösen

Bei Komplettsanierung oder Eigentümerwechsel wird die Erneuerung in der Regel vom Energieversorger verlangt.

Kosten der Elektroerneuerung

Die Kosten hängen stark vom Umfang und der Wohnungsgröße ab:

  • Neuer Zählerschrank/Sicherungskasten: 1.500–3.500 €
  • Komplette Neuverkabelung (80 qm Wohnung): 8.000–15.000 €
  • Einzelne Steckdose nachrüsten: 80–200 € (inkl. Schlitz und Verputz)
  • FI-Schutzschalter nachrüsten: 200–500 €
  • Netzwerkkabel (LAN) verlegen: 50–120 € pro Dose
  • Smart-Home-Vorbereitung: 2.000–5.000 € Aufpreis

Faustregel: Pro Quadratmeter Wohnfläche fallen 100–180 € für die komplette Elektroerneuerung an.

Ablauf der Elektrosanierung

Eine typische Elektrosanierung dauert 1–3 Wochen und läuft so ab:

  1. Bestandsaufnahme und Planung: Elektro-Check durch Fachbetrieb, Erstellen des Installationsplans
  2. Schlitze stemmen: Für neue Leitungen werden Schlitze in Wände und Decken gefräst
  3. Leitungen verlegen: Neue NYM-Kabel werden in Leerrohren verlegt
  4. Zählerschrank tauschen: Neuer Verteiler mit FI-Schutzschaltern und Sicherungsautomaten
  5. Verputzen und Tapezieren: Schlitze werden verschlossen und die Wände wiederhergestellt
  6. Abnahme: Messung und Dokumentation durch den Elektriker

Checkliste: Darauf sollten Sie achten

  • Genug Steckdosen einplanen: Pro Raum mindestens 3–4, in der Küche 6–8
  • USB-Steckdosen in Schlafzimmer und Arbeitszimmer einplanen
  • Leerrohre für spätere Erweiterungen (Glasfaser, Smart Home) mit verlegen
  • Nur vom eingetragenen Elektrofachbetrieb ausführen lassen (Pflicht!)
  • Eigenleistung nur beim Schlitze stemmen und Verputzen – nie an der Elektrik selbst!

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