Kurz: Welche PV-Anlage für ein Einfamilienhaus?
Für ein typisches deutsches Einfamilienhaus mit 4.000–5.500 kWh Jahresverbrauch ist 2026 eine 8–12 kWp Anlage mit 8–10 kWh Heimspeicher die wirtschaftlich beste Wahl. Das deckt rund 70–80 % des Eigenverbrauchs, amortisiert sich in 8–11 Jahren und passt auf rund 50–70 m² Dachfläche. Wer demnächst eine Wärmepumpe oder ein E-Auto plant, sollte direkt eine Stufe größer planen (12–15 kWp + 12–15 kWh Speicher).
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Drei Standardkonfigurationen für das EFH (Stand 2026)
Die folgende Tabelle zeigt drei typische Konfigurationen — von "klein und sparsam" bis "Familie mit Wärmepumpe + E-Auto". Alle Preise sind inkl. 0 % MwSt (Nullsteuersatz für Privatanlagen bis 30 kWp).
| Profil | Anlagengröße | Speicher | Investition (€) | Erwarteter Eigenverbrauch |
|---|---|---|---|---|
| Sparsamer Haushalt (2 Personen, 3.500 kWh/Jahr) | 6–8 kWp | 5–7 kWh | 15.000–22.000 | 60–70 % |
| Standard EFH (4 Personen, 4.500 kWh/Jahr) | 10 kWp | 10 kWh | 21.000–28.000 | 70–80 % |
| Großhaushalt mit WP + EV (10.000+ kWh/Jahr) | 13–15 kWp | 12–15 kWh | 30.000–40.000 | 60–75 % |
Hinweis: Eigenverbrauchsquote variiert je nach Verbrauchsprofil (Tag vs. Nacht), Dachausrichtung und Speichergröße. Realer Wert wird vom Fachbetrieb auf Basis Ihrer Lastkurve berechnet.
Wieviel Dach brauchen Sie für 10 kWp?
Faustregel 2026: 1 kWp moderner monokristalliner Module benötigt rund 4,5–5,5 m² Dachfläche. Für eine 10-kWp-Anlage brauchen Sie also etwa 45–55 m² nutzbares Dach (verschattungsfrei, intakte Dachhaut, statisch geeignet).
- Süddach (15–35° Neigung): Ideal — voller Ertrag ohne Modul-Aufständerung.
- Ost-/West-Dach: Rund 80–85 % des Süd-Ertrags, dafür flachere Tagesertragskurve (besser für Eigenverbrauch).
- Flachdach: Mit Aufständerung in Süd- oder Ost-/West-Konfiguration. Belegungsfaktor sinkt — Sie brauchen ca. 30 % mehr Fläche pro kWp.
- Norddach: Lohnt sich 2026 nur ergänzend zu Süd-/Ostflächen. Allein selten wirtschaftlich.
Was bei der Auswahl nicht entscheidend ist: Marken-Module aus Tier-1-Herstellern (LONGi, Jinko, REC, Q CELLS, Trina etc.) sind 2026 alle innerhalb von 1–2 % Wirkungsgrad. Den Unterschied macht Wechselrichter-Qualität (SMA, Fronius, Huawei sind die etablierten Tier-1-Adressen) und handwerkliche Montage.
Wann lohnt sich eine kleinere oder größere Anlage?
Die Einheits-10-kWp-Anlage ist eine Faustregel, kein Gesetz. Drei Situationen rechtfertigen Abweichung:
- Kleiner (6–8 kWp): Stromverbrauch unter 3.500 kWh/Jahr, kleines Dach, Single oder Paar ohne Elektroauto. Dann ist die kleinere Anlage wirtschaftlicher als die "Standard"-Größe.
- Größer (13–15 kWp): Wärmepumpe innerhalb der nächsten 1–2 Jahre geplant, oder bereits ein E-Auto im Haushalt (oft + 2.500 kWh/Jahr). Direkt größer planen ist günstiger als später nachrüsten (Wechselrichter-Tausch teuer).
- Maximum (20+ kWp): Sobald Sie über 30 kWp kommen, entfällt der Nullsteuersatz (§ 12 Abs. 3 UStG) und es greifen kommerzielle Steuerregeln. Für reine Eigenverbrauchs-Anlagen also typischerweise bei 25–29 kWp dimensionieren.
Vertiefende Ratgeber: Lohnt sich PV 2026 noch? · Wann lohnt sich der Speicher? · PV mit Speicher — Komplettpreis
Quellen: Fraunhofer ISE (Modulwirkungsgrade 2026), Bundesnetzagentur, § 12 Abs. 3 UStG. Alle Kostenangaben unverbindlich, Stand 2026.