Was darf ein Notdienst kosten?
Handwerker-Notdienste sind teurer als reguläre Einsätze – aber nicht unbegrenzt. Hier sind die realistischen Preise:
- Schlüsseldienst (zugefallene Tür): 80–180 € (tagsüber), 150–300 € (nachts/Wochenende)
- Schlüsseldienst (Tür aufbohren): 150–350 € plus neues Schloss
- Rohrbruch-Notdienst: 150–400 € (Erstmaßnahme + Abdichtung)
- Heizungsnotdienst: 120–350 € (je nach Fehler und Uhrzeit)
- Elektro-Notdienst: 100–300 €
Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagseinsätze sind üblich, dürfen aber nicht willkürlich sein.
So erkennen Sie unseriöse Notdienste
Die Verbraucherzentrale warnt regelmäßig vor überhöhten Notdienstkosten. Achten Sie auf diese Warnzeichen:
- Kein Festpreis vorab: Seriöse Anbieter nennen eine Preisspanne am Telefon
- Keine lokale Adresse: Prüfen Sie, ob der Dienst wirklich aus Ihrer Stadt kommt
- Anfahrt über 50 km: Lange Anfahrten deuten auf Vermittlungsportale hin
- Barzahlung gefordert: Seriöse Betriebe akzeptieren auch Überweisungen
- Rechnung fehlt: Sie haben immer Anspruch auf eine detaillierte Rechnung
Im Zweifelsfall: Fragen Sie Ihre Hausverwaltung oder Ihren Vermieter – die haben oft Verträge mit lokalen Handwerkern.
Ihre Rechte beim Notdienst
Auch im Notfall gelten Verbraucherrechte:
- Sie müssen den Preis nicht vor Ort unter Druck akzeptieren
- Überhöhte Rechnungen können Sie innerhalb von 14 Tagen beanstanden
- Fotos von der Rechnung und dem Einsatz sichern Beweise
- Bei Abzocke: Anzeige bei der Polizei und Beschwerde bei der Verbraucherzentrale
Wichtig: Unterschreiben Sie nie eine „Abtretungserklärung" vor Ort – das kann Ihre Rechte einschränken.
Notfall vorbeugen: So sind Sie vorbereitet
Der beste Notdienst ist der, den Sie nicht brauchen:
- Ersatzschlüssel: Hinterlegen Sie einen bei Nachbarn oder Familie
- Hauptwasserhahn: Jeder Bewohner sollte wissen, wo er ist
- Sicherungskasten: Beschriften Sie alle Sicherungen
- Lokale Handwerker speichern: Suchen Sie jetzt auf Handwerker-Kontakte nach Notdiensten in Ihrer Nähe – bevor der Notfall eintritt